Annatina Graf
Aktuelles / Projekte / Ausstellungen / Publikationen / Infos zur Künstlerin / Links
Annatina Graf und Franz Gratwohl
   
 

Annatina Graf und Franz Gratwohl, Galerie im Gluri Suter Huus, Wettingen

Annatina Graf. Blütezeit. 2009. Acryl auf Baumwolle. 120 x 100 cm.
Annatina Graf. Blütezeit. 2009.
Acryl auf Baumwolle. 120 x 100 cm.


Annatina Graf. Faces. Video. 2009.
Annatina Graf. Faces. 2009. Video.

Annatina Graf und Franz Gratwohl. Gluri Suter Huus, Wettingen, November/Dezember 2009

Galerie im Gluri Suter Huus, Wettingen

1.11.09 - 13.12.09

Vernissage: 1.11.2009, 11 Uhr
mit einer Einführung von Annelise Zwez, Kunstkritikerin und einer Performance von
Cristin Wildbolz
, Kontrabassistin.

 

Die Galerie im Gluri Suter Huus beendet ihr Jahresprogramm mit einer Doppelausstellung der in Chur aufgewachsenen und in Solothurn lebenden Künstlerin Annatina Graf und dem in Zürich und Berlin lebenden Performancekünstler Franz Gratwohl. Annatina Graf zeigt in der Galerie im Gluri Suter Huus eine Bilderserie, der Automatenfotos zweier jugendlicher Mädchen zu Grunde liegen. Die beiden inszenieren sich darin selbst, posieren, mal ernst, mal witzig, mal schräg. Annatina Graf setzt die Fotoserie ihrer Kinder in einer subtilen Malweise um, indem sie auf einen Silbergrund mit weisser Acrylfarbe malt. Der schillernde Malgrund lässt die Bilder in wechselnder Intensität erscheinen, bisweilen kippt das Bild auch schon Mal ins Negativ. Diese fürs Auge schwer fassbare Malerei lässt die nach Identität suchenden Jugendlichen noch unfassbarer erscheinen. Annatina Graf hat ihrer Bilderserie den Titel „Blütezeit“ gegeben. In China bezeichnet dieser Begriff den Lebensabschnitt, in dem ein Mädchen zur Frau wird, diese erwartungsvolle Zeit mit Hoffnungen, Sehnsüchten und Träumen wird deshalb dortzulande auch als „rosafarbig“ beschrieben. Annatina Graf führt uns ihre eigenen Erinnerungsstücke vor und schafft es, die Suche nach Identität auch bei uns zu hinterfragen. In einer Videoarbeit mit dem Titel „Faces“ beschäftigt sich Annatina Graf mit ihrem eigenen Gesicht, in dem sie digital bearbeitete Selbstportraits überblendet. Die Lichtflecken der Aufnahmen bilden immer neue Arabesken, manchmal erinnern diese an historische Bilder, einen Moment lang glaubt man sogar Munchs „Schrei“ zu erkennen. Und doch bleibt dieses Gesicht unfassbar, dem steten Wandel unterworfen. Auch bei Franz Gratwohls Arbeiten findet man einen starken Bezug zum Thema Identität. Seine Arbeiten drehen sich oft in witziger und ironischer Weise um die Auseinandersetzung mit dem menschlichen Körper. Vor der Galerie empfängt den Besucher bereits eine Arbeit mit dem Titel „Selbstportrait als Faultier“. Im Innern lässt Gratwohl in einer Videoarbeit zwei gegenüberliegende Schattenbilder mit dem Unterkiefer spielen. Das Ergebnis ist verblüffend. Zwischen den zwei Köpfen entwickelt sich durch die veränderte Mimik ein skurriles Spiel wechselnder Ausdrucksformen, die Palette reicht von Aggressivität bis zu Lächerlichkeit. Im Erdgeschoss der Galerie ist weiterhin bis am 13. Dezember die Ausstellung „von drinnen nach draussen“ mit Werken aus der Wettinger Kunstsammlung zu sehen.

 

Einladungskarte

  Vernissagerede von Annelise Zwez
zurück Presse
Wettinger Post, 29.10.2009