Annatina Graf
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Publikationen / Pia Zeugin
 
 

Annatina Graf, Sie waren anfänglich Malerin und zeichneten. Wie kamen Sie zur Druckgrafik?

Anja Sitter von der Druckwerkstatt Olten hat mir die Tiefdruck-Technik gelehrt. Ich habe während vielen Wochen immer wieder mit ihr gearbeitet und beschäftigte mich u.a. mit Aquatinta. Von einem Acrylgemälde auf Leinwand machte ich eine Fotokopie, diese wurde auf die Kupferplatte gebracht, durch Oxydation weiterbearbeitet. Die Farbe entzog sich. Das kam meinem Thema - dem Körper/dem Flüchtigen der Körperlichkeit - entgegen, auch das Körnige im Resultat. Die Radierung mit dem spiegelverkehrten Vorgehen führte dazu, dass ich mein Werk beim Drucken neu entdeckte. Die Prozesse der Entstehung waren für mich gleich wichtig wie das Produkt. Es ging um das Moment des Machens. Der Aspekt der Multiplizierbarkeit der gedruckten Blätter interesssierte mich nicht.

Heute haben Sie eine Präferenz für Computergrafik. Wie dient sie Ihnen, um einen präzisen Ausdruck Ihrer Ideen zu erreichen?

Zuerst benutzte ich die Polaroikamera. Der grosse Ausschuss an Fotos brachte mich dazu, die Versuche mit einer Digitalkamera zu machen. Für die Ausstattung eines Bühnenraumes zu einem Tanztheater stiess ich mit den statischen Bildern, die ich für eine Diaschau zusammensetzte, an eine Grenze. Heute benutze ich eine Videokamera, um die Bilder bewegt zu machen. Die Weiterbearbeitung im Computer bot sich an. Dennoch werde ich weiterhin malen, zeichnen, traditionell drucken, um meine künstlerischen Inhalte, der Körper/das Entkörperlichte, das Erinnern, das Innen/Aussen auszudrücken.

 
Pia Zeugin, Kunsthistorikerin, Basel/Grenchen
"Neun Künstlerinnen und Künstler invterviewt von Pia Zeugin", in: "20 Jahre Kunsthaus Grenchen. Solothurner Druckgrafik im Kunsthaus Grenchen", Grenchen 2004.

 

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